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JAZZ AG

Zu Besuch bei der Jazz-AG der Musikschule Lennestadt-Kirchhundem

Jazz AG

Schon bei den Proben merkt man, die lockere Atmosphäre und den lustigen Umgangston in der Gruppe. „Unsere Leiter haben es schon nicht leicht mit uns“, lacht Gitarrist Fabian Hoberg. Alte Rocksongs und eigens kreierte Stücke sind das, was die Jazz AG ausmacht. Drei veröffentlichte CDs und kleine internationale Auftritte in Otwock und Houplines zeichnen ihre Laufbahn. Wann genau die AG überhaupt gegründet wurde, kann Peter Autschbach aufs Datum genau nicht mehr sagen. Sicher ist allerdings, dass sie schon eine ganze Weile besteht. „25 Jahre könnte passen“, meint Autschbach. Er leitet zusammen mit Michael Nüchtern die AG. An den Grund, warum dieses Projekt ins Leben gerufen wurde kann er sich allerdings noch genau erinnern. „Man wollte einfach zeigen was geht. Die Fähigkeiten, die im Einzelunterricht erlernt wurden, sollten eine Plattform bekommen,“ so Autschbach.
Das Besondere an diesem Unterrichtsangebot der Musikschule Lennestadt/Kirchhundem ist, dass die Jazz-Proben kostenlos sind. Montags von 19.30 bis 21.15 Uhr finden diese statt. Zur Zeit „switched“ die Gruppe noch auf Grund von einer Renovierung zwischen einigen Räumen hin und her. Im Moment üben sie in der Grundschule Altenhundem.
Die Stücke, die die Band spielt, sind hauptsächlich Rocksongs. Das Ensemble versucht, diese „jazzig“ zu interpretieren. Peter Autschbach betont, dass allen ein anderer Sound wichtig ist: Die Jazz-AG will eine eigene Version der Songs vermitteln. Indem der Gitarrenlehrer die passenden Arrangements für die einzelnen Personen schreibt, verleiht er dem Ganzen eine persönliche Note. „Es ist zwar eine Riesen-Arbeit aber es lohnt sich“, so der AG-Leiter.
„Natürlich gibt es auch manche Lieder die eins zu eins übernommen werden, aber das ist eher selten.“ Auch Britta Börger-Richard (Saxophon) ist der Meinung, dass die Songauswahl das Besondere der AG ist: „Das bringt viel Pep in die ganze Sache – das finde ich gut.“ Die Saxophonistin ist ein gutes Beispiel dafür, dass nicht nur Schüler die AG besuchen. Von jung bis alt, von Haupt- bis Realschule, alle Interessierten dürfen sich melden.
Was waren die besonderen Momente für die AG? Das größte Highlight war wohl 1996 die Fahrt nach Otwock in Polen. Nicht die Fahrt an sich, sondern der gemeinsame Auftritt mit Dorian Rudnytsky. Der New Yorker Komponist arbeitete damals an seinem Stück „A portrait of Altea“. In der Partnerstadt Lennestadts durften die Jugendlichen ihn musikalisch begleiten.

Die Highlights der vergangenen Jahre durfte die momentane Besetzung der Jazz-AG noch nicht mit erleben, aber auch für sie stehen 2016 zwei Konzerte an. In Olpe finden sich am 19. Juni alle Musikschulen des Kreises zusammen. Anlässlich des „Tag der Musik“ stellen sich die einzelnen Musikschulen vor. Was den Jugendlichen wahrscheinlich jetzt schon weiche Knie bereitet, ist der zweite Auftritt für 2016. Am 24. Juli geht es zu „Jazz im Hof“ nach Wiesbaden. „Was ist eigentlich, wenn ich dann erkältet bin?“, fragt Julia Ruppert, die Sängerin der Band nervös. Die Jazz AG darf dank Peter Autschbach als Vorprogramm seiner Band „Terminal A“ spielen. Vor rund 200 Leuten können sie eine halbe Stunde lang ihre Songs zum Besten geben. Der Sender „OK: TV Mainz“ zeichnet das Konzert auf und man kann es auf der Homepage des Lokalsenders nachträglich ansehen. Generell würde sich das Team über mehrere Auftritte freuen. „Wenn die Möglichkeiten dazu gegeben wären, werden diese auch wahrgenommen“, so sind sich alle einig.
Ein weiterer Höhepunkt waren die damaligen CD-Aufnahmen. Die Veröffentlichung des dritten Albums „Ohne Proben nach Oben“ liegt allerdings schon sechs Jahre zurück. Eine neue CD ist jedoch noch nicht in Planung. Der Grund dafür ist, der stetige Wechsel der Mitglieder. Die Musiker sind meist drei Jahre dabei, bevor ihre Zeit keine Proben mehr zulässt, was vor allem für die Leiter problematisch ist.
Aktuell besteht die Jazz AG aus sieben Musikern: Britta Börger-Richard (Saxophon), Dominic Epe (Trompete), Sebastian Autschbach (Keyboard), Emil Lulkin (Schlagzeug) und Fabian Hoberg (Bass). An den Gitarren findet man Marie Dömer und Julia Ruppert. Julia ist außerdem die Stimme der Band. „Wir haben so viele Menschen zusammen gebracht – wir sind wie eine große Familie. Das ist mir wichtig,“ hebt Peter Autschbach hervor. Die Jazz AG ruft alle Interessierten dazu auf, sich telefonisch an die Musikschule zu wenden.

Einen Track der CD kann man hier anhören!

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