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Exponat des Monats Dezember 2017

2017.12 Faller AMS ©Museum der Stadt Lennestadt

Modellautorennbahn "Slotcar-Bahn"

"Bald ist Weihnachten und ich hoffe, dass Du mir was schenkst" singen „Die Prinzen" seit 1999. Doch schon Ende des 17. Jahrhunderts hat ein Chronist den Charakter der Geschenkepraxis zum Weihnachtsfest festgehalten, wie er noch heute gültig ist. Die Bescherung ist ein christlicher weihnachtlicher Brauch, bei dem Geschenke ausgetauscht werden. Sie ist eine Zeremonie, bei der vor allem Kinder am Heiligabend ihre Geschenke bekommen, die meistens unter dem Weihnachtsbaum liegen. Ein solches weihnachtliches Kindergeschenk ist das „Exponat des Monats Dezember“. Es handelt sich dabei um eine Modellautorennbahn aus den 1960er Jahren, die Franz-Josef Schulte aus Grevenbrück dem Heimat- und Verkehrsverein überlassen hat.

Solch eine Autorennbahn, auch „Slotcar-Bahn“ genannt, ließ die Herzen der Kinder, aber insbesondere die der Jungen, höher schlagen. War erst einmal die Grundpackung einer solchen Rennbahn vorhanden, konnte das System beliebig erweitert und kombiniert werden. Bei dem vorgestellten Exponat handelt es sich um die Standard-Packung 4002 der Firma Faller AMS. Das System „AMS (Auto Motor Sport)“ ist ein elektrisch betriebenes Modellautosystem und wurde zu Anfang der 1960er Jahre mittels zugekaufter amerikanischer Lizenzen hergestellt. In dieses seinerzeit neue, vielseitige Spiel wurde die Begeisterung echten Autofahrens hineingelegt. Kleine Elektromotoren treiben Miniatur-Autos in zügigem Tempo über die Bahn. Abgestellt ist die Autobahn auf die gebräuchliche Spannung von 16 Volt Wechselstrom. Der Fahrer bestimmt mit einem Schaltpult die Geschwindigkeit für Kurven und gerade Fahrbahnen. Gesteuert werden diese Wagen durch einen Führungsstift, der in einer Leitrille der Fahrbahn gleitet. Randsteine, Begrenzungspfähle, Verkehrszeichen, Lampen, Reklameschilder usw. verleihen den Straßen ein natürliches Aussehen.

Dieses Spiel war sowohl für Wettrennen als auch für Verkehrsspiele geeignet. Es war damals das einzige System mit Überholmöglichkeiten und zwei regulierbaren Autos auf derselben Fahrspur. Auch hatte es ein ideales Straßen- und Autobahnsystem, 1- und 2spurig, mit verschieden großen Kurven. Ideal war die Kombinationsfähigkeit mit der damals gebräuchlichen Modelleisenbahn in der Nenngröße HO.

Groß war die Freude bei Franz-Josef Schulte, als bei einer Weihnachtsbescherung Anfang der 1960er Jahre diese Autorennbahn unter dem Weihnachtsbaum lag. Eine größere Freude konnte man damals einem 10-jährigen technikbegeistertem Jungen nicht machen. Auf einer großen Platte wurde die Autorennbahn aufgebaut. Zu dieser Grundpackung gehörten zwei verschieden große Kurven, die in verschiedenen Variationen (Ovale, Achten) aufgebaut werden konnten. Auch war der Einbau von Überholstrecken und Abzweigungen möglich. Aufgrund der großen Begeisterung für diese Autorennbahn, die schließlich die ganze Familie erfasst hatte, dauerte es nicht lange, bis weitere Zubehörteile hinzugekauft wurden. Neben zusätzlichen Ergänzungsteilen für das Straßensystem gab es die verschiedensten Zubehörteile, wie Häuser, Bahnhöfe, Schranken und Personen. Der Aufbau von Bergen, Seen, Tunnel, Brücken, Dörfer und Städten war durch Kauf von Modellbausätzen möglich. Jedes einzelne Modell wirkte für sich und erweckte die Bewunderung der Betrachter.

Vorläufer der heutigen schlitzgeführten Autorennbahnen waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mittels Uhrwerk angetriebene Automodelle, die durch eine Randerhöhung in der Spur gehalten wurden. In den frühen 1950ern kam im wettfreudigen Großbritannien, bevorzugt in den Hinterzimmern von Gaststätten, das „Railracing“ in Mode. In den 1960er Jahren schwappte diese Welle nach Deutschland über. Der Spielzeughersteller Gebrüder Faller aus Gütenbach/Schwarzwald, gegründet 1946, kam zu Anfang 1960 dann mit dem hier präsentierten System „Faller AMS“ auf den Markt. Dieses System war eigentlich als Auto-Spiel zur Ergänzung von H0-Eisenbahnen gedacht. Im Laufe der Jahre wurden aber auch immer mehr Rennbahnelemente angeboten wie Rundenzähler, Steilkurven und Loopings. In den frühen 1970er Jahren endete dann aber dieser erste Slotcar-Boom. Eine teilweise Wiederbelebung dieses Boms gelang erst in den ersten 1990er Jahren.

Das Auto ist mittlerweile zum zentralen Objekt der modernen Welt geworden.In vielseitiger Form dient es dem Verkehr und dem Motorsport. Der Wunsch lag also nahe, im Kreise der Familie oder Bekannten, das Vorbild auf einen Tisch zu bannen und mit ihm im Modell zu spielen und zu lernen.

Zu sehen ist diese Spielzeug-Autorennbahn, die eine der ersten mit elektrisch angetriebenen Modellautos war, im Museum der Stadt Lennestadt am Sonntag, den 03. Dezember 2017, von 14 -17 Uhr. Für diesen Tag laden auch die Frauen der Webstube zum Mitmachen ein. Aus Papier und Filzwolle werden Sterne, Engel und vieles andere gebastelt. An Werktagen ist das Museum dienstags von 9 -12 und 14 -16 Uhr sowie donnerstags von 9 -12 und 14 -17.30 Uhr geöffnet.

Der Eintritt in das Museum ist frei. Foto und Text dieses Exponates sowie alle früher vorgestellten „Exponate des Monats“ kann man sehen und lesen hier oder auf den Internetseiten des Heimatvereins Grevenbrück unter: http://www.heimatverein-grevenbrueck.de.

Von Walter Stupperich

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