Lennestadt


Entwicklung

"Musik ist auch eine gesellschaftliche Komponente. Der Mensch ist nicht gebildet, wenn er den musischen Teil in sich nicht so weit entwickelt, wie er in ihm steckt."   

Dies war einer der grundsätzlichen Beweggründe des ehemaligen Stadtdirektors Erwin Krollmann sich für die Gründung und Entwicklung einer Musikschule als kulturelle Bildungseinrichtung einzusetzen.  

Bevor es dazu kam, sollten einige Hürden zu nehmen sein. Erste Überlegungen zur Gründung einer Musikschule findet man bereits 1974, es folgten Vorplanungen, Analysen, Umfragen und Diskussionen mit Vertretern von kulturellen Vereinigungen und dem Verband deutscher Musikschulen, bis 1977 der Haupt- und Finanzausschuß der Stadt Lennestadt für eine Musikschule votierte. Mit Ratsbeschluß vom 29. Mai 1978 wurden eine Schulordnung und Gebührenordnung erlassen, damit war die Musikschule kulturpolitisch ins Leben gerufen worden und konnte am 01. September 1978 mit 337 Schülern, zwei hauptamtlichen sowie 23 nebenamtlichen Lehrkräften ihre Arbeit beginnen.  

Schon in der Gründungsphase orientierte man sich am Strukturplan des Verbandes deutscher Musikschulen sowie den darauf aufbauenden Lehrplänen:   Musikalische Früherziehung und Musikalische Grundausbildung mit anschließender Förderung im Instrumentalunterricht waren die Basis.   
Ziele damals wie heute sind, Kinder und Jugendliche an die Musik heranzuführen und sie zu eigenem Musizieren anzuregen.  

Ein pädagogisch-künstlerischer Unterricht will die Grundlagen für eine möglichst lebenslange Beschäftigung mit Musik legen und Möglichkeiten für die vielfältigen Formen des Laienmusizierens eröffnen. So waren seit Beginn Ensembles und Spielkreise eine stete Ergänzung zum Unterricht.  

1989 kam es zu einem Neuaufbau. Einige Lehrkräfte verließen die Schule, neue Musikpädagogen kamen, prägten die Musikschule auf ihre Weise.  

In der Folgezeit konnten viele Ensembles neu - und wiedergegründet werden:

  • 1990 Akkordeonorchester
  • 1991 Streichorchester
  • 1996 Querflötenensemble  

Die Jazz-AG blieb als einziges Ensemble seit 1980 kontinuierlich bestehen. 
Zur weiteren Vertiefung des Unterrichts wurden Kurse in Kammermusik, Musiklehre und Gehörbildung sowie Projekte für Gitarristen fest in das Angebot der Musikschule aufgenommen. 

1990 war das Jahr des Beginns einer Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kirchhundem. Seitdem hat die Musikschule zwei Schulträger, die im Rahmen einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung den kulturellen Bildungsauftrag gewährleisten.  

Reisen nach Otwock und Houplines, den Partnerstädten beider Schulträger, bereichern die Angebote.

Die Musikschule stellt jedes Jahr mit etwa 60 Veranstaltungen ihre Leistungen öffentlich dar. 

In den vergangenen Jahren haben viele Schüler der Musikschule rege an dem Wettbewerb Jugend musiziert teilgenommen und auf den verschiedenen Ebenen des Regional- und Landeswettbewerbes sehr gute Erfolge erzielt. Einem Schüler gelang sogar die erfolgreiche Teilnahme an einem Bundeswettbewerb.

Auch bei den Musikvereinen ist die Musikschule in einem immer stärkeren Maße beliebt, verhelfen doch die qualifizierten Lehrkräfte den Vereinen zu einem gut ausgebildeten Nachwuchs.

Die gute Resonanz seitens der Bevölkerung sowie die Verankerung im Kulturgeschehen beider Kommunen zeigen, dass sich die Musikschule auf ihrem Weg gut entwickelt und als kulturelle Bildungseinrichtung etabliert hat.

Diese positive Entwicklung ist sicherlich dem Kollegium der Musikschule zu verdanken, das oft unter schwierigen Bedingungen die pädagogisch-künstlerischen Lehraufträge gemeistert hat.

Auch gebührt beiden Schulträgern Dank, die durch die Bereitstellung von Zuschüssen die Musikschule gesichert haben.

Dank auch an die Leistungen des Elternbeirates.

Diese Entwicklung sollte daher uns allen Lehrkräften, Eltern und Politikern den Ansporn geben, die begonnene Arbeit der Musikschule zum Wohl der Kinder, Jugendlichen und der ganzen Gesellschaft zu fördern und fortzuführen.

Peter Stolz, Musikschulleiter

"Wenn es die Musikschulen nicht gäbe, müßte man sie erfinden !" (Richard von Weizsäcker)