Lennestadt


Klimaschutzpreisverleihung 2008

       RWE Klimaschutzpreis  2008

                        

Klimaschutzpreisverleihung  am 5. 2. 2009


Musikschule Lennestadt-Kirchhundem, Jazz-AG

Begrüßung durch Herrn BM Heimes und Herrn Preckel, RWE Westfalen- Weser- Ems AG

Begrüßung und Ansprache durch H. BM Alfons Heimes:

Aufgrund des plötzlichen Todes von Frau Laschet, Leiterin der Grundschule Oedingen würdigt Herr Bürgermeister ihre Verdienste um den Umwelt- u. Klimaschutz.

Sie hat das Projekt „Fabris Wiese“ mit außerordentlichem Engagement und Organisationstalent geleitet.

Frau Laschet begeisterte mit Ihrem persönlichen Einsatz die Oedinger Dorfgemeinschaft, die Schüler, Eltern und das Kollegium für dieses großartige Projekt.


Ich danke RWE für die Durchführung des Wettbewerbs „RWE - Klimaschutzpreis“, einem Wettbewerb zum Umweltschutz, denn Umweltschutz ist für uns lebensnotwendig.

Seit mehreren Jahren gehe ich anlässlich dieser Preisverleihung auch kurz auf den Zustand unserer Umwelt ein. Die  grundsätzlichen Fakten sind geblieben:

im Gegensatz zu früheren Jahrhunderten haben wir  heute die technischen und finanziellen Möglichkeiten, die Welt völlig zu verändern. Zur Zeit verbrauchen wir weltweit

-   zu viele Rohstoffe
-   zuviel Energie
-   und beanspruchen zuviel Boden und Fläche.

In der Konsequenz bewirkt dies:

-          wir zerstören viele Lebensräume,
-          wir rotten zahllose Tier- und Pflanzenarten aus,
-          wir stören ökologische Prozesse,
-          wir produzieren zu viele Schadstoffe

Die negativen Auswirkungen stellen sich aber oft erst nach langer Zeit ein:

Bekanntes Beispiel hierfür ist der Klimawandel.
Um eine Erwärmung zu begrenzen (auf ca. 2 Grad) müssen die Emissionen  weltweit bis 2050 um mindestens die Hälfte verringert  werden.

Seit einigen Monaten beherrschen andere Begriffe die Schlagzeilen: Finanzkrise und  Wirtschaftskrise…
Wirtschaftskrisen gehen vorbei; die Krise des Klimas und der Umwelt ist dagegen langfristiger  und gefährlicher.

Im Sinne der  Agenda  21 ist daher ein verantwortungsbewusstes Denken und Handeln nötig, um eine zukunftsfähige Entwicklung für alle Menschen zu erreichen.

Positive Ansätze in Deutschland sind z.B:

-     RWE plant  den Bau von Windkraftanlagen in der Nordsee;
-     Jedes 12. Wohngebäude hat eine Solaranlage, 2008 wurden ca. 360.000 Anlagen neu errichtet.

Zusätzlich entstehen neue Arbeitsplätze in diesen Branchen; ihre Zahl hat sich z.B. im Bereich regenerativer Energien in 10 Jahren auf 250.000  vervierfacht.

Auch in Lennestadt lässt sich der Trend zu  regenerativen Energien und zur effizienteren Nutzung erkennen, z.B. in Form der  Solaranlagen und Wärmedämmmaßnahmen.






Begrüßung durch H. Bernhard Preckel

H. Preckel geht in seiner Begrüßung auf die historische Entwicklung des Preises ein, der seit 1997 vergeben wird.

Er wird verliehen für Leistungen zur Erhaltung natürlicher oder zur Verbesserung ungünstiger Umweltbedingungen. Er soll  dabei den Einsatz  für die Umwelt unterstützen, Leistungen anerkennen und die Beteiligten motivieren.  Bewusstsein und Berücksichtigung der Umwelt sollen belohnt werden.






3. Preis:       

Gymnasium Maria Königin,

Anlage und Pflege einer Obstwiese                                                  

Leitung: Fr. Birgitt Mevenkamp, H. Werner Liesmann         300,00 €

Der Servir e.V. am Gymnasium Maria Königin hat in Zusammenarbeit mit der Fachschaft Biologie im Schulgelände eine Obstwiese mit 20 Bäumen unterschiedlicher alter Obstsorten angelegt. Weitere 20 Bäume sollen 2009 folgen.

Die extensiv genutzten Obstwiesen sind Lebensraum zahlreicher Pflanzenarten. Alte Obstwiesen bieten sehr vielen Tierarten Lebensmöglichkeiten. Natürlich möchten die Biologen damit auch einen Beitrag zum Erhalt alter Obstsorten leisten.

Die Obstwiese bietet ferner eine ideale Möglichkeit, Unterrichtsinhalte in allen Klassen praxisorientiert zu vermitteln und den Schülern den Umgang mit der Natur näher zu bringen.

In einigen Jahren, so ist geplant, wird das Obst als gesunde Alternative zur Pizzaschnecken in den großen Pausen angeboten.

Der finanzielle Gewinn geht in die Hilfsprojekte des Vereins in Brasilien und ist somit neben der Aluminiumsammlung und dem Eine - Welt – Laden eine weitere Einnahmequelle, die auf Aktivitäten der Schüler beruht.






3. Preis

Gymnasium der Stadt Lennestadt

Untersuchung zur Biodiversität eines Waldgebiets /  Imkerei  und die Welt der Bienen

Leitung: Herr Sebastian Heim/ Frau Britta Jehmlich                  300,00 €

2008  hat die Schule zwei langfristige Projekte zum Arten- und Biotopschutz begonnen, deren erste Ergebnisse die Schüler/innen aufbereiteten und der Öffentlichkeit ideenreich mit z.B. gefundenen Arten, Biotopen und Recherchen vorstellten.

30 Schüler/innen der Klassen 5 - 8 und 13 führten das Projekt „Biodiversität (Vielfalt des Lebens) durch.  Thematisiert wird die  Gefährdung vieler Lebensräume, der Tier- und Pflanzenarten und der Vielfalt in Deutschland und der gesamten Welt.

Ziel war es, in unterschiedlichen Biotopen eines Waldes Tiere und Pflanzen kennen zu lernen und neben den ökologischen Zusammenhängen auch die wirtschaftlichen Komponenten des Waldbaus zu erfahren.

Trotz des sehr kalten Wetters wurden z.B. Dutzende von Tier- und Pflanzenarten bestimmt und die Strukturvielfalt eines Bachs untersucht.  Weiterhin ließ sich auf den Windwurfflächen z.B. die natürliche Entwicklung ebenso verfolgen wie die Einwanderung einer Pflanzenart.

Im Projekt „Imkerei am Gymnasium der Stadt Lennestadt“ erfuhren Schüler/innen Leben und Lebensumfeld eines Bienenvolkes und bauten selbst einen  Bienenstock.

Darüber hinaus übernimmt die Schule mit Unterstützung einheimischer Imker die Betreuung eines Bienenvolkes in Schulnähe.

Zusätzlich wurde dauerhaft ein Insektenhotel aufgebaut, das z.B. zahlreichen Arten der Käfer und  Wildbienen Brutmöglichkeit bietet.

Hintergrund ist die ökologisch und wirtschaftlich wichtige Arbeit der Honigbiene und anderer Insekten für die Bestäubung und damit auch  für den Erhalt vieler Pflanzenarten. Weltweit wird die Leistung allein für die Wirtschaft  (Obst, Gemüse) jährlich auf ca. 150 Mrd. € geschätzt.






3. Preis:

Lessing-Schule Grevenbrück

Vergleich der chemischen Güte heimischer Gewässer und des Rheins

Leitung:  Frau Christa Hoffmann          300,00

Die Schüler/innen aus zwei Kursen der Klasse 7 haben in der Unterrichtsreihe „Wasser“ im Chemieunterricht mithilfe eines kleinen Wasserlabors die Wassergüte von Gewässern  in der Umgebung ihres Wohnorts (Bäche, Teiche u.a.) untersucht. Berücksichtigt  haben sie ferner Wasser des intensiv genutzten Rheins.

Die untersuchten Parameter ergeben ein gutes Bild von der Qualität des Wassers und seinen charakteristischen Merkmalen. Hierdurch lassen sich z.B. Verunreinigungen erkennen, Einflüsse auf Pflanzenwachstum, und das biologische Gleichgewicht im Gewässer abschätzen und vorhersagen. Umgekehrt ermöglichen sie Rückschlüsse auf Herkunft und Ursachen von Belastungen.
Trinkwasser kann charakterisiert werden hinsichtlich der nötigen Entkalkung.

Die Schüler haben damit in Theorie und Praxis einen anschaulichen Einblick bekommen in die Gewässerchemie, die methodische Arbeit und die Auswirkungen von Verschmutzungen, Reinigungsleistungen und möglichen Schutzmaßnahmen.






2. Preis: 

Verein für dörfliche Belange, Sporke

Pflegemaßnahmen an der Monarchenhöhle                                   

Vorsitzender: H. Zentgraf                400,00 €

Vor Jahrzehnten wurde südlich von Sporke durch Kalksteinabbau eine Höhle aufgeschlossen. Später wurde ein Teil des Abbaugebietes bis in den Höhleneingang hinein mit Hausmüll, Reifen u.a. verfüllt.

Ab 2006 begannen Pflegemaßnahmen unter Federführung des Vereins:

-         Die bis über 2 m hohen Abfallablagerungen bis zum Höhleneingang beseitigte der Grundstückseigentümer per Bagger

-         Zusätzliche erhebliche Handarbeit erfolgte v. a. auch im  Höhleneingang, um Müll und herabgefallene Steine und Felsen zu entfernen

-         Randlich stehende Fichten wurden beseitigt um der standortgerechten und artenreichen Vegetation Entwicklungschancen zu ermöglichen

-         Die Höhle und ein Nebeneingang wurden mit Gittern gesichert, das z.B. für Fledermäuse durchlässig ist

Ausgezeichnet wurde daher die Initiative und die  Entfernung der Abfallablagerungen an einem ökologisch sensiblen Ort mit einer bemerkenswerten geologischen Situation.






2. Preis

OT Grevenbrück,

Abfalltrennung und Naturerfahrung - umweltbewusst  in der Ferienfreizeit 

Leitung:  Herr Geuecke               400,00 €

Seit rund 30 Jahren verbringen Kinder acht Tage in den Sommerferien in der Betreuung der OT. Höhepunkt ist dabei ein Abenteuerspielplatz, die „Oktoberwiese“ in Bilstein  (Fam. R. Vetter), z.B. durch die Übernachtung in selbstgebauten Holzhütten.

Umweltbezogene Aspekte stehen  für die stets mehr als hundert Kinder und rund dreißig, meist ehrenamtlichen Betreuer im Vordergrund. Umweltbewusstes Handeln zielt dabei auf

-         Abfallvermeidung (z.B. Nutzung von Pfandflaschen)

-         gesunde Ernährung,

-         Mahlzeiten werden frisch zubereitet

-         Verzicht auf technische Attribute wie Handy oder Gameboy

2008 wurde ganz bewusst und konsequent die Mülltrennung  und damit die Abfallverwertung und -vermeidung beachtet und durchgeführt. Alle Materialen wurden eifrig fachgerecht getrennt und entsorgt.

Dadurch ist es der OT erstmals gelungen, auf einer Großveranstaltung den Müll genauestens zu sortieren und umweltgerechter zu entsorgen.






1. Preis

St.-Burchardus-Schule Oedingen,

Jugend plant: Fabris Wiese in Oedingen                                                    

Leiterin: Frau Laschet            800,00 €

Auf „Fabris Wiese“ am Ortsrand soll nach einer Planung (Landschaftsarchitektin Fr. Hermann) ein naturnaher Freizeitbereich für alle Bevölkerungsgruppen entstehen.

Die Schüler/innen der Grundschule haben dazu entscheidende Vorstellungen eingebracht, dies v. a. auch durch die große Einsatzbereitschaft der Eltern und des Lehrerkollegiums.

Die Kinder erkundeten zunächst Fabris Wiese mit allen Sinnen.
Im nächsten Schritt suchten sie ihre liebsten „geheimen Orte“ in der Natur auf, fotografierten und beschrieben sie. Hecken und Gehölze, Gewässer und Versteckmöglichkeiten sind dabei besonders attraktiv.

Sie sammelten schließlich Ideen für die Gestaltung (Baumhaus, Bachlauf, Teich, Spielflächen, Kletterstämme u. v. a.) und bauten eindrucksvolle und kreative Modelle aus Naturmaterialien.

Die Jury beeindruckte besonders, dass das Projekt weit über den normalen Unterricht hinaus ging und  durch die direkte Mitwirkung der Kinder am Planungsprozess, ihre Begeisterung und ihren Ideenreichtum Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein erreicht wird.