Lennestadt


Verlauf in Lennestadt

Ein erstes Treffen zur Information über die Lokale Agenda 21 fand am 14.5.2001 statt. Die rund 30 eingeladenen Bürger und Bürgerinnen aus Lennestadt diskutierten aufgrund der Ausführungen von Frau Bendisch und Herrn Löchtefeld vom Institut für Kommunikation und Umweltplanung aus Dortmund  über die Möglichkeiten, diesen Prozess auch in Lennestadt zu starten. Da dies grundsätzlich befürwortet wurde, bildete sich zunächst ein Vorbereitungsteam zur Planung und Organisation einer öffentlichen Auftaktveranstaltung für die gesamte Bevölkerung.

Zu Beginn der Auftaktveranstaltung am 25. Oktober 2001 begrüßte Herr Bürgermeister Heimes die Anwesenden, insbes. Herrn Dr. Alt, der vielen Zuhörern als Moderator mehrerer Fernseh-Magazine, als Verfasser zahlreicher Bücher und nicht zuletzt als Referent zu gesellschaftspolitischen Themen bekannt ist.
Zudem begrüßte er aus Lennestadt Frau Kühlem von der Caritas, Herrn Pfeiffer aus der Eine-Welt-Arbeit und Herrn Horn als Vertreter der Forstwirtschaft.  

Herr Heimes verwies darauf, dass die Stadt Lennestadt langfristige Entwicklungen beachten und steuern muss. Zu einer Beteiligung an dieser Aufgabe rief er alle Bürgerinnen und Bürger auf. Der Agenda-Prozess solle demokratisch die Entwicklung der Stadt mit beeinflussen. Beispiele  für die notwendige Nachhaltigkeit seien die Eine-Welt-Arbeit, ökologische Initiativen und soziale Projekte, die noch ausgebaut werden könnten. Die Präsentationen im Foyer des Rathaussaales verdeutlichten anschaulich, dass bereits wichtige Aktivitäten in Lennestadt durchgeführt werden.
Herr Heimes wünschte der Stadt Lennestadt viel Durchhaltevermögen, viel Spaß und insbesondere eine gute Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger.  


Vortrag von Herrn Dr. Alt: 
Das Ökologische Wirtschaftswunder 

Herr Dr. Alt begann seinen lebhaften und nicht zuletzt durch seine persönliche Lebensweise überzeugenden Vortrag mit der Erläuterung, dass Agenda 21 bedeute, „von den Zinsen zu leben“. In Alltagsbeispielen belegte er, dass die Bewohner der Industrieländer dem Gesetz der Nachhaltigkeit zuwiderhandeln, insbesondere in Bezug auf die Energie, der Quelle allen Lebens. Allerdings gibt es Alternativen, wie z. B. die Nutzung der Sonnenenergie. Schließlich seien die Vorräte fossiler Energieträger erschöpflich und ihre Nutzung zerstörerisch für die Atmosphäre. Mit dem Bild einer „Ökologisch realistischen Tagesschau“ verwies Dr. Alt auf die globalen Probleme unserer Zeit. Hierzu gehört z. B. die Auslöschung von Tier- und Pflanzenarten.

Herr Dr. Alt bestritt, dass Arbeitslosigkeit ein von der Natur gegebenes Phänomen sei. Vielmehr sei eine Lösung möglich: Umweltschutz sei die Quelle von Arbeitsplätzen des 21. Jahrhunderts. Beispielhaft dafür sei die Solartechnik, die Millionen von Arbeitsplätzen schaffen könne und gleichzeitig kostenlos unbegrenzt umweltfreundliche Energie zur Verfügung stelle. So versicherte er glaubhaft, dass die Sonne ihm – nach telefonischer Mitteilung seiner Frau – auch heute keine Rechnung für seine Solaranlage geschickt habe.

Die Solartechnik verbindet die 3 Säulen der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Soziales. Wichtig sei, ökonomische Rechnungen langfristig anzulegen.

Im Folgenden zeigte Herr Dr. Alt beispielhaft Szenarien auf, die zur Verwirklichung der 3 Nachhaltigkeitsaspekte beitragen könnten und stellte die mögliche künftige Entwicklung des Energieverbrauches und der Energiequellen dar. Alternative Energien seien im Übermaß vorhanden. 

Er betonte, dass es bei den notwendigen Veränderungen um positive Entwicklungen und Ziele gehe, nicht um Opfer und Askese. Vielmehr würden sowohl Umweltschutz als auch Vollbeschäftigung und Gesundheit gefördert. Verwirklicht würden diese Visionen jedoch nur auf der Basis einer neuen ökologischen Ethik als 4. Dimension neben den 3 Säulen der Nachhaltigkeit.

Herr Dr. Alt gratulierte der Stadt Lennestadt zum Start und wünschte den Bürgerinnen und Bürgern viel Spaß bei diesem Prozess.


Kursbestimmung für die Agenda 21 in Lennestadt  

Zur Umsetzung ist ein offener Prozess notwendig, an dem möglichst viele Akteure vor Ort teilnehmen.

Die Diskussion um wichtige Themen und Erwartungen für eine Lokale Agenda 21 in Lennestadt war mit kurzen Statements von beispielhaft ausgewählten Referenten verbunden. Sie gingen für die Bereiche Ökonomie, Ökologie und Soziales auf folgende Leitfragen ein:  

  • Welche Themen sind aus unserer Sicht besonders wichtig für die Agenda 21 in Lennestadt?
  • Worin liegen Chancen und Risiken der Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten aus Wirtschaft, dem Umweltbereich und aus sozialen Initiativen?
  • Worin können Beiträge zur Agenda in Lennestadt bestehen und welche Visionen verbinden wir damit?

Herr Pfeiffer wies auf die zahlreichen Aktivitäten der Eine-Welt-Gruppen in Lennestadt hin und strebt eine weitergehende Vernetzung an.

Frau Kühlem hielt die Förderung und Unterstützung der Seniorinnen und Senioren für wichtig, eine Kooperation von Wirtschaft und sozialen Einrichtungen sollte hier angestrebt werden.

Herr Horn zeigte als Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Altenhundem die enorme Holzproduktion in unserem Raum auf. Allein die bisher nicht genutzten Holzmengen könnten zur lokalen Energieversorgung in erheblichem Umfang beitragen.

Diese Beiträge ergaben zusammen mit den aus dem Publikum genannten möglichen sinnvollen Arbeitsthemen in Lennestadt die Basis zur Bildung der Arbeitskreise.

Abschließend hob Herr Dr. Alt die Bedeutung einer „neuen politischen Kultur“ hervor. Die verantwortlichen Politiker und Politikerinnen müssten auch langfristig offen bleiben für Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger. Wenn zudem junge Menschen für den Agenda-Prozess gewonnen werden könnten, habe er große Hoffnung für die Zukunft Lennestadts.  



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