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Einblicke in den Wald

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe zu Umwelt und Klima der Stadt Lennestadt ging es von Gleierbrück aus zusammen mit dem Förster Matthias Gürke und der Umweltschutzbeauftragten Dr. Svendja Vormstein auf eine rund 2,5-stündige Rundwanderung durch den heimischen Wald und das nicht nur auf befestigten Wegen.

Rundgang Förster 1
Rundgang Förster 1

Während der Wanderung wurden verschiedene Waldbewirtschaftungsformen und deren Funktionen (reine Fichtenbestände, Aufforstungen mit Douglasien, Hauwald, Eichenwald etc.) vorgestellt sowie die Vor- und Nachteile der jeweiligen Bewirtschaftungsformen und deren geschichtliche Hintergründe bzw. Entstehungsgeschichten erörtert.

Mit den Teilnehmern, die teilweise auch Privatwaldbesitzer sind, wurde über die Vor- und Nachteile des Baumbestandes (Monokultur, Mischwald, Unterpflanzungen, etc.), der Erntemethoden (Kahlschlag vs. Einzelentnahme, Harvester vs. Rückpferde, etc.) und der ökologischen Bedeutung vor allem in Hinblick auf die Möglichkeit Kohlenstoffdioxid zu speichern (positive Klimaauswirkung) diskutiert.
Auch die Borkenkäferproblematik war während der Veranstaltung ein Thema. Herr Gürke erklärte den Teilnehmern den Lebenszyklus, die Lebensweise und die Ausbreitung der Borkenkäfer. Er erläuterte wie es durch den Käfer zu den Schäden an den Fichten kommt, woran man die befallenen Bäume erkennen kann und warum gerade die Trockenheit aus dem vergangenen und diesem Jahr den Befall der Borkenkäfer u.a. begünstigt.

Auch die Funktionen des Waldes wurden vom Förster erklärt. In seiner Nutzfunktion liefert der Wald nachwachsende und umweltfreundliche Rohstoffe und sichert somit heute Arbeit und Einkommen von der Produktion über den Handel bis zur Verarbeitung. In seiner Schutzfunktion erfüllt der Wald eine Vielzahl von Aufgaben. Unter anderem bietet er vielen Pflanzen und Tieren einen natürlichen Lebensraum, reguliert den Wasserhaushalt, wirkt ausgleichend auf das Klima und bindet Kohlendioxid in seiner Biomasse. Zum Wandern, Joggen und Radfahren auf befestigten Wegen bietet der Wald Ruhe und Entspannung und gewinnt daher in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung in seiner Erholungsfunktion.

Zum Ausklang der Veranstaltung am Wassertretbecken in Gleierbrück konnten bei einem kleinen Imbiss die verschiedenen Eindrücke und angesprochenen Themen nochmals diskutiert, vertieft und weitere Fragen gestellt werden.

Am Ende der Veranstaltung waren sich alle Teilnehmer einig, dass mit Blick auf die Waldfunktionen eine nachhaltige Waldbewirtschaftung sinnvoll und auch zukunftsfähig ist und in Hinblick auf den Klimawandel eine Alternative zu den reinen Fichtenbeständen gefunden werden sollte.