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Gesundheitsversorgung in der Stadt Lennestadt

Initiativen und Projekte der Stadt Lennestadt zum Thema Gesundheitsversorgung, Stand 01.06.2021

Logo Lennestadt Schatz im Sauerland
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Diese Information soll die verschiedenen Initiativen und Bemühungen der Stadt Lennestadt zum Thema Gesundheitsversorgung zusammenfassen und mögliche Zukunftsperspektiven aufzeigen. So gibt es bereits diverse Projekte, die von der Stadt Lennestadt unterstützt oder eigenständig bzw. in verschiedenen Kooperationsformen durchgeführt werden. Weiterhin wird die Thematik auch auf übergeordneter Ebene bearbeitet, um die Potentiale und Stärken der Region Südwestfalen für Fachkräfte (insbesondere auch im Bereich der Gesundheitsversorgung) transparent zu machen und aktiv um diese Personengruppe zu werben:

Aktuelle Situation / Ausgangslage in Lennestadt

Die Stadt Lennestadt verfügt über ein breites Angebot verschiedener Leistungserbringer im Gesundheitssektor. Neben dem St. Josefs-Hospital in Lennestadt-Altenhundem, 11 allgemeinmedizinisch tätigen Arztpraxen mit 20 Hausärzt*innen und 11 Zahnarztpraxen mit 18 Zahnärzt*innen, gibt es verschiedene weitere Fachärzt*innen z.B. für Augenheilkunde, Psychotherapie, Gynäkologie, Urologie, Orthopädie, Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde und Haut- und Geschlechtskrankheiten im Stadtgebiet. Weiterhin befinden sich in Lennestadt 8 Apotheken, sowie Ergotherapeut*innen, Heilpraktiker*innen, Hebammen und Logopäd*innen. Ambulante Pflegedienste, betreute Wohnangebote und die Versorgung in den Seniorenheimen sind ebenfalls wichtige Pfeiler der gesundheitlichen Versorgungsinfrastruktur.

Kinderärzt*in für Lennestadt / neue Hausärzt*innen für Lennestadt

Kinderärzt*in für Lennestadt / neue Hausärzt*innen für Lennestadt

Um medizinische Fachkräfte von einer Beschäftigung in Lennestadt überzeugen zu können, sollte die Bedarfslage regelmäßig beobachtet und zudem ein enger Austausch, insbesondere mit den Allgemeinmediziner*innen, gepflegt werden. 

Die Stadt Lennestadt bildet zusammen mit den Kommunen Finnentrop und Kirchhundem den hausärztlichen Planungsbereich (Mittelbereich) Lennestadt.

Dort sind mit Stand 17.05.2021 insgesamt 33 Hausärzt*innen im Umfang von 32,0 Vollzeitäquivalenten tätig, was einem Versorgungsgrad von 100,4 % entspricht.

In Lennestadt selbst sind 20 Hausärzt*innen (19,5 VZÄ) tätig. Ein Versorgungsgrad wird unterhalb der Ebene des jeweiligen Planungsbereichs nicht ausgewiesen. Hausärzt*innen, die nach Eintritt in den Ruhestand Urlaubsvertretungen etc. übernehmen, bleiben bei diesen Betrachtungen außen vor.

Der Mittelbereich Lennestadt ist folglich aufgrund einer festgestellten hausärztlichen Überversorgung für zusätzliche Niederlassungen aktuell gesperrt. Die Altersstruktur der Allgemeinmediziner*innen in Lennestadt liegt jedoch deutlich über 50 Jahren, sodass die o.g. Beschränkungen in der Bedarfsplanung eine vorausschauende Nachwuchsplanung erschweren.

Da jedoch absehbar ist, dass entsprechende VZÄ kurz- bis mittelfristig frei werden, sind neue Allgemeinmediziner*innen und unabhängig davon selbstverständlich auch weitere Fachärzt*innen in Lennestadt herzlich willkommen!

Anders sieht es mit Stand 17.05.2021 beim Thema „Kinderärzt*in“ aus:

Die Kinder- und Jugendärzt*innen werden in der allgemeinen fachärztlichen Versorgung von der KVWL beplant. Dies geschieht auf der Ebene der Kreise und kreisfreien Städte, hier also auf Ebene des Kreises Olpe.

Der Versorgungsgrad im Kreis Olpe liegt momentan bei 88,9 %; sieben Kinderärzt*innen im Umfang von sieben Vollzeitäquivalenten sind dort in Attendorn und Olpe tätig. Es können sich aber noch zwei weitere Kinderärzt*innen im Kreis Olpe niederlassen, bevor der Planungsbereich für weitere Niederlassungen – aufgrund einer eintretenden Überversorgung – gesperrt würde.

Ein/e Kinderärzt*in wäre in Lennestadt daher sehr willkommen und könnte sich auch sofort niederlassen.

Bürgermeister Tobias Puspas und Fachbereichsleiter Thomas Meier stehen jederzeit für Gespräche zur Verfügung. Neue Kinder- und Hausärzt*innen, sowie weitere Fachärzt*innen können sich einer vollumfänglichen Unterstützung durch die Stadt Lennestadt gewiss sein!

Regionale Maßnahmen zur (medizinischen) Fachkräftesuche

Willkommen in Südwestfalen / Perspektive 2.0 – oder: „Was passiert auf regionaler Ebene, um (medizinische) Fachkräfte für die Region Südwestfalen zu gewinnen?“

Hierbei handelt es sich um ein übergeordnetes Projekt in der Region Südwestfalen, koordiniert durch die Südwestfalen Agentur GmbH. Südwestfalen möchte als Lebens- und Arbeitsraum Modellregion des „Willkommens“ sein und mit den vielen Partnern der Region ein starkes Netzwerk schaffen, das die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) der Region mittel- und langfristig optimal bei den Bemühungen um Fach- und Führungskräfteakquise unterstützt. Das Projekt „Perspektive Südwestfalen 2.0“ ist ein Nachfolgeprojekt des Projektes „Perspektive Südwestfalen“.

"Perspektive Südwestfalen 2.0" ist wie ein Dachprojekt zu verstehen, zu dem zwei Handlungsfelder mit verschiedenen Projektbausteinen gehören:

Handlungsfeld 1: Willkommen im Berufsleben in Südwestfalen

(Zielgruppe: Schüler*innen und Studierende in Südwestfalen)

Schüler*innen und Studierende in der Region sollen auf ihre Ausbildungs-, Studien- und Berufsperspektiven vor Ort aufmerksam gemacht werden. Denn auch wenn das Bewusstsein für die Wirtschaftskraft der Region Südwestfalen stetig steigt: Gerade Schüler*innen und Studierenden der Region fehlt oftmals das Gefühl für die Stärken ihrer Heimat bzw. ihres Studienortes, auf die man durchaus stolz sein kann. So wird beispielweise gemeinsam mit der Universität Siegen südwestfälisches Lehrmaterial für Schulen in der Region erstellt. Auch ganztägige und unterhaltsame „Studi-Tours“ zu südwestfälischen Unternehmen oder das Schnupperprogramm „Gap Year Südwestfalen“, in dem junge Menschen ein Praxisjahr in verschiedenen Unternehmen absolvieren können, sind entsprechende Projektbausteine von „Perspektive Südwestfalen 2.0“. Jeder dieser Projektbausteine soll dazu beitragen, den heimischen Nachwuchs in der Region zu halten.

Handlungsfeld 2: Herzliches Willkommen in der neuen Heimat Südwestfalen

(Zielgruppe: Neubürger*innen in und für Südwestfalen)

Im zweiten Handlungsfeld des Projekts sollen Neubürger*innen in Südwestfalen willkommen geheißen und potentielle Fachkräfte an die Region gebunden werden:

*Gewinnung von medizinischem und Pflege(fach)-Personal: Gemeinsam mit den Projektpartnern, der Brancheninitiative Gesundheitswirtschaft Südwestfalen e.V. sowie dem Zweckverband der Krankenhäuser Südwestfalen e.V., plant man einen Ansatz, um medizinisches und pflegerisches Fachpersonal für die Region zu begeistern. Denn das Thema Gesundheitsversorgung ist für Südwestfalen als ländlicher Raum zukunftsweisend: Die medizinische Versorgung zahlt unmittelbar auf die Attraktivität der Region ein. Dabei sollen alle südwestfälischen Akteure, die sich bereits mit dem Thema beschäftigen, mitarbeiten und bestehende Erfahrungen und Projektansätze einbringen können.

*Gewinnung von Touristen zu Neubürger*innen: Ein weiteres Thema bildet die gezielte Ansprache von Touristen als mögliche Neubürger. Damit wird eine besondere Stärke der Region genutzt, denn Sauerland und Siegen-Wittgenstein gehören zu den beliebtesten Tourismusregionen Nordrhein-Westfalens. Touristen und Geschäftsreisende sollen auf die – oftmals verborgene – wirtschaftliche Stärke und die damit verbundenen persönlichen Perspektiven in Südwestfalen aufmerksam gemacht werden.

Ein Beitrag zu dieser Thematik ist die, im weiteren Verlauf näher erläuterte, „Imagebroschüre“ der Stadt Lennestadt für Fachkräfte im Allgemeinen und Haus- und Kinderärzt*innen im Speziellen.

Weiterhin wird sich die Stadt Lennestadt an geplanten Werbemaßnahmen der Südwestfalen Agentur beteiligen.

Imagebroschüre der Stadt Lennestadt

Imagebroschüre der Stadt Lennestadt für Fachkräfte im Allgemeinen und Kinder- und Hausärzt*innen im Speziellen

Das Projekt „Willkommen in Südwestfalen / Perspektive 2.0“ verdeutlicht u.a., wie wichtig das Image und die transparente Darstellung der Stärken einer Region bzw. einer Kommune im Wettbewerb um dringend benötigte Fachkräfte sind.

Die Werbeagentur David Bock Marketing & Design GmbH & Co. KG wurde daher damit beauftragt, eine hochwertige Imagebroschüre für die Stadt Lennestadt zu erstellen, welche zur Gewinnung von Fachkräften, auch von den Unternehmen der Stadt Lennestadt, genutzt werden kann.

Für den Bereich der Gesundheitsversorgung ist ein zusätzlicher „Einleger“ für die Suche nach Hausärzt*innen / Kinderärzt*innen erstellt worden. Auch das Krankenhaus, die Lennestädter (Haus)Ärzt*innen und weitere interessierte Akteure erhalten auf Wunsch eine ausreichende Anzahl an Exemplaren für Werbezwecke. Die Broschüre stellt u.a. die Stärken der Stadt Lennestadt in Bezug auf den Wirtschaftsstandort, den Einzelhandel, die vielfältigen Kultur- und Freizeitangebote und die familiengerechte und zukunftsorientierte Infrastruktur dar. Der jeweilige „Einleger“ wirbt konkret um die benötigte Fachkraft und zeigt Unterstützungsmöglichkeiten durch die Stadt Lennestadt / das jeweilige Unternehmen auf.


Imagebroschüre

Einleger Ärztesuche

Arbeitskreise Daseinsfürsorge Lennestadt / Gesundheit des Kreises Olpe

Arbeitskreis Daseinsfürsorge der Stadt Lennestadt und Mitarbeit der Stadt Lennestadt im Arbeitskreis Gesundheit des Kreises Olpe (Austauschformat zwischen den Bürgermeistern und dem Landrat)

In der Kommunalen Konferenz für Gesundheit, Alter und Pflege des Kreises Olpe wird regelmäßig über den sich abzeichnenden (Haus)Ärzt*innenmangel in vielen Teilen des Kreises Olpe beraten. Zudem wurde die Thematik auch in mehreren Gesprächen zwischen den Bürgermeistern und dem Landrat des Kreises Olpe besprochen, die im Jahre 2020 einen eigenen Arbeitskreis zu dieser Thematik gegründet haben. In diesem Gesprächsformat werden Ziele und Maßnahmen zur Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgungsstrukturen im ambulanten Bereich erörtert. Bei Bedarf werden Experten aus den gesundheitlichen Versorgungsstrukturen der Kreises Olpe oder der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe beratend hinzugezogen.

Die Stadt Lennestadt wirkt an diesem Arbeitskreis produktiv mit und unterstützt Lösungswege, welche die Gesundheitsversorgung in Lennestadt und im gesamten Kreis Olpe stärken. Es liegen verschiedene Analysen vor, die der Kreis Olpe ausgewertet hat und auf dieser Basis die Einrichtung einer Service- / Lotsenstelle auf Kreisebene vorschlägt. Die Stadt Lennestadt befürwortet diese Vorgehensweise und wird diesen Prozess aktiv begleiten, um sicherzustellen, dass die Servicestelle durch gebündeltes Fachwissen sowie gezielte Beratungs- und Unterstützungsleistungen die Hausärzte, Kommunen etc. im Kreis Olpe unterstützt und die Interessen der Stadt Lennestadt gewahrt bleiben.

Weiterhin hat sich am 01.06.2021 der Arbeitskreis Daseinsfürsorge der Stadt Lennestadt gegründet, dem neben dem Bürgermeister und Beschäftigten der Verwaltung auch jeweils ein/e Vertreter*in der im Rat der Stadt Lennestadt vertretenen Fraktionen angehören. Der AK versteht sich als beratendes Gremium und kann im Bedarfsfall Fachleute (z.B. aus dem Gesundheitswesen oder der Wirtschaft) zu seinen Sitzungen hinzuziehen.

Die Arbeitskreismitglieder haben in ihrer ersten Sitzung das gemeinsame Ziel formuliert, das Thema „Erhalt / Stärkung der Gesundheitsversorgung in Lennestadt“ fraktionsübergreifend positiv zu begleiten und in diesem Zusammenhang möglichst gemeinschaftlich aufzutreten und zu agieren, da das übergeordnete Ziel von allen Beteiligten mitgetragen wird, auch wenn es in Detailfragen unterschiedliche Ansichten geben kann. 

„DigiDocs Lennestadt“

„DigiDocs Lennestadt“ als Projekt im Kontext der „Digitalen Modellregion Gesundheit Dreiländereck“ mit dem Forschungskolleg der Universität Siegen (FoKoS) und den Hausärzt*innen aus Lennestadt

Die fortschreitende Digitalisierung im Gesundheitswesen kann eine Entlastung der Hausärzt*innen bieten und zudem den Service für die Patient*innen erhöhen. Der Einsatz telemedizinischer Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum wird als unterstützende Maßnahme zukünftig unerlässlich sein. Sie muss eine verbesserte Work-Life-Balance und überlokale Arbeitsmöglichkeiten ermöglichen und zudem integrierte Delegationsmodelle für das medizinische Personal enthalten, um die Ärztin / den Arzt entlasten zu können. Eine Vorreiterrolle in diesem Bereich einzunehmen, kann auch dabei helfen, junge Mediziner*innen für die Arbeit in einer Gemeinschaftspraxis im ländlichen Raum zu gewinnen und trägt dem Wunsch der Allgemeinmediziner*innen aus Lennestadt Rechnung, bei der Digitalisierung der Arztpraxen zu unterstützen.

Gemeinsam mit Hausärzt*innen aus Lennestadt, fortgeschrittenen Medizin-Studierenden verschiedener Medizinscher Fakultäten in NRW und Wissenschaftlern des FoKoS soll im Verlauf von verschiedenen Workshops ein DigiDoc-Konzept erarbeitet und eine Machbarkeitsstudie durchgeführt werden. Folgende Fragestellungen stehen hier im Fokus:

-       Wie können Mediziner*innen unter Rückgriff auf telemedizinische Untersuchungs- und Behandlungsformen einen überörtlichen Praxisbetrieb realisieren?

-       Mit welchen Mitteln und unter welchen Voraussetzungen lassen sich Patient*innen mit medizinisch vertretbarer Qualität telemedizinisch behandeln?

-       Welche digitalen Kompetenzen und technische Assistenzsysteme müssen auf Seiten der Mediziner*innen sowie der Patient*innen vorhanden sein?

-       Wie können rechtssichere, digital gestützte und entlastende Delegationsmodelle aussehen?

Das gemeinsame Forschungsvorhaben „Digitale Modellregion Gesundheit Dreiländereck“ beinhaltet verschiedene, innovative Projekte, von denen insbesondere die gesundheitliche Versorgungssituation im ländlichen Raum profitieren kann. Die niedergelassenen Allgemeinmediziner*innen aus dem Bereich Lennestadt haben nach Gesprächen und einem Workshop mit FoKoS und der Stadt Lennestadt die produktive Teilnahme an der Durchführung der oben beschriebenen Machbarkeitsstudie bezüglich einer übergreifenden Allgemeinmedizinisch / Telemedizinischen Praxis zugesagt.

Die Stadt Lennestadt übernimmt daher die Trägerschaft für das dargestellte Projekt und stellt eine Projektfinanzierung in Höhe von bis zu 89.250,00 € zur Verfügung.

Projekt-Meilensteine - https://fokos.de/projekt/dmgd-digidocs/

Projektinformationen - https://fokos.de/projekt/digidocs/

Pressemitteilung Juni 2021 - Ärzteworkshop

„DataHealth Interregio“

„DataHealth Interregio“ als Projekt des Innovationsfonds im Kontext der „Digitalen Modellregion Gesundheit Dreiländereck“ mit dem Forschungskolleg der Universität Siegen (FoKoS) und einzelnen Hausärzt*innen aus Lennestadt

Hierbei handelt es sich um ein Projekt zur digitalen Unterstützung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum.

Worum geht es in dem Projekt? (Zielstellung)

Das Projekt wurde in der Ausschreibung „neue Versorgungsformen“ beim Innovationsauschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses eingereicht. Das Ziel der Ausschreibung ist es, neue Versorgungsformen zu erproben und in der Fläche zu implementieren.

Wie ist das Projekt entstanden?

Das Projekt „DataHealth Interregio“ ist aus dem Modellprojekt „Medizin neu denken“ der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Universität Siegen entstanden und ist Teil der „Digitalen Modellregion Gesundheit Dreiländereck“ (www.DMGD.de), welche auf kommunaler Ebene bereits mehrere Projektstudien zur digital unterstützten Gesundheitsversorgung in der Region des Dreiländerecks Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen durchgeführt hat.

Was ist das Neue und Innovative an dem Projekt?

Viele der im Projekt verwendeten Technologien gibt es bereits, sie sind allerdings regional kaum in Verwendung und bislang nicht systematisch in der Fläche erprobt worden. Das Thema der Vitaldatenauswertung durch Verfahren der Künstlichen Intelligenz ist in diesem Zusammenhang ein Novum.

Von wem wird das Projekt gefördert?

Das Projekt „DataHealth Interregio“ wird beim Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses beantragt.

Wann beginnt das Projekt und welche Laufzeit hat es?

Mit einer Antwort des Gemeinsamen Bundesausschusses wird im vierten Quartal 2021 gerechnet. Wenn das Projekt bewilligt werden sollte, gehen wir von einem Projektstart frühestens Mitte 2022 aus. Die Laufzeit des Projektes beträgt 3 Jahre.

Unterstützung der Geburtenhilfe des St. Josefs-Hospitals

Unterstützung der Geburtenhilfe des St. Josefs-Hospitals der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen gGmbH durch familienbezogene Versorgungsleistungen des Bündnisses für Familie der Stadt Lennestadt

Das Krankenhaus in Lennestadt nimmt nicht nur für den Bereich Lennestadt / Kirchhundem, sondern auch für weite Teile des Hochsauerlandkreises eine unverzichtbare Versorgungsfunktion wahr. Die Stärkung des Standortes ist daher im Interesse aller Beteiligten und wird in regelmäßigen Gesprächen thematisiert.

Ein Ausfluss dieses engen und vertrauensvollen Austausches ist der dauerhafte Erhalt der Geburtenhilfe des St. Josefs Hospitals, welcher u.a. durch die Unterstützung familienbezogener Versorgungsleistungen durch das Bündnis für Familie der Stadt Lennestadt ermöglicht wird.

Eine denkbare Kooperation zwischen der Hospitalgesellschaft und der DRK-Kinderklinik Siegen könnte zudem die kinderärztliche Versorgung in Lennestadt verbessern.

Unterstützung bei der Anschaffung eines Magnetresonanztomographen (MRT)

Unterstützung des St. Josefs-Hospitals der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen gGmbH bei der Anschaffung eines Magnetresonanztomographen (MRT)

Wer bislang aus dem Raum Lennestadt zum MRT musste, musste eine Anfahrt von mindestens 30 Minuten einkalkulieren: die nächsten Kernspintomographen befinden sich in Olpe, Attendorn, Siegen, Lüdenscheid und Plettenberg. Das wird sich im Herbst 2020 ändern: das St. Josefs-Hospital in Lennestadt wird mit Beschluss des Verwaltungsrates der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen, zu der das Krankenhaus gehört, einen Kernspintomographen anschaffen und die Räumlichkeiten der Radiologie im St Josefs- Hospital vergrößern. Möglich wird dies durch die Unterstützung der Stadt Lennestadt: mit 500.000 Euro. Einschließlich der Um- und Einbaukosten für den MRT investiert die Hospitalgesellschaft 1,5 Mio. € in die Radiologie.

„Eine Analyse hat ergeben, dass Bedarf an etwa 3.600 Untersuchungen jährlich allein in Lennestadt besteht. Schmallenberg käme mit weiteren 3.500 Untersuchungen hinzu“ erläutert Johannes Schmitz, Geschäftsführer der Katholischen Hospitalgesellschaft, die geplante Neuanschaffung.

„Die Zukunftsfähigkeit und Weiterentwicklung des Krankenhauses wird mit der Anschaffung eines Kernspintomographen weiter verbessert. Somit wird die Patientenversorgung bei uns in Lennestadt gestärkt“ erklärt Bürgermeister Stefan Hundt.

„Durch die beabsichtigte Verlagerung eines Facharztsitzes für Radiologie von Olpe nach Lennestadt innerhalb des Medizinischen Versorgungszentrums der Hospitalgesellschaft können zukünftig ambulante und stationäre radiologische Untersuchungen zeitnah und mit modernster Ausstattung im St Josefs-Hospital erbracht werden“, so Schmitz weiter.

„Mittelfristiges Ziel sind 5.000 Untersuchungen jährlich, was insbesondere durch einen hohen Anteil an ambulanten Untersuchungen zu realisieren ist. Ein Facharzt für Radiologie wird von Montag bis Freitag im Tagdienst vor Ort befunden“, so Dr. Michael Mansour, Chefarzt des Instituts für Radiologie am St. Martinus-Hospital Olpe.

Das St. Josefs-Hospital wird intensiver in das bestehende Teleradiologienetzwerk der Hospitalgesellschaft eingebunden, so dass 24 Stunden 7 Tage die Woche die Notfallbefundung durch Fachärzte sichergestellt ist. Außerdem soll die Radiologie am St. Josefs-Hospital auch für die ambulante Befundung im Computertomographen (CT) geöffnet werden. Somit sind sowohl MRT- als auch CT-Untersuchungen ambulant auf Überweisung eines niedergelassenen Arztes dann möglich.

Ab Ende Mai 2021 soll der MRT zunächst für Untersuchungen der stationären Patienten im Krankenhaus genutzt werden. Voraussichtlich ab dem 3. Quartal 2021 kann die Leistung dann auch ambulanten Patienten (vorbehaltlich einer entsprechenden Genehmigung) zur Verfügung gestellt werden. Geplant ist dann, dass ein Facharzt vor Ort von Montag bis Freitag Befunde erstellt.

Kooperation zwischen den Hausärzt*innen in Lennestadt, dem St. Josefs Hospital und der Stadt Lennestadt

Kooperation zwischen den Hausärzt*innen in Lennestadt, dem St. Josefs Hospital und der Stadt Lennestadt

Neben dem oben bereits erwähnten Themenfeld der Digitalisierung, haben die Hausärzt*innen aus Lennestadt in mehreren Gesprächen folgende Unterstützungswünsche an die Stadt Lennestadt herangetragen:

-       Benennung eines kommunalen Beauftragten als Ansprechpartner für Ärzt*innen, die sich bereits im Raum Lennestadt niedergelassen haben und für solche, die an einer Niederlassung interessiert sind.

-       Kontaktaufnahme mit Assistenzärzt*innen des Krankenhauses nach Rücksprache mit der Klinikleitung, damit die jungen Kolleg*innen sich von Anfang an von kommunaler Seite willkommen und begleitet wissen.

-       Einladung von kommunaler Seite zum Kennenlernen der kommunalen Einrichtungen. Gegebenenfalls Treffen mit Amtsträgern.

Da eine zielführende Bearbeitung dieser Aspekte verschiedene Kooperationen voraussetzt, hat die Stadt Lennestadt bereits weitere Gespräche mit einzelnen Hausärzt*innen aus Lennestadt und Vertreter*innen der Katholischen Hospitalgesellschaft Südwestfalen gGmbH geführt. In diesen Gesprächen hat sich gezeigt, dass alle Beteiligten an einer Zusammenarbeit interessiert sind, sodass nunmehr ein Konzept erarbeitet werden kann, um ein Netzwerk zu installieren, das Synergieeffekte schafft und Aufgaben zielgerichtet verteilt. Die weiteren Gespräche werden von der Stadt Lennestadt koordiniert.

Der bisherige Austausch hat ergeben, dass ein von der Stadt Lennestadt in Vollzeit beschäftigter, kommunaler Gesundheitsmanager aktuell nicht erforderlich ist. Die o.g. Wünsche der Hausärzt*innen befassen sich vielmehr mit den Themenfeldern Koordination, Willkommenskultur und Stadtmarketing. Zielführend sind daher enge Kooperationen und ein strukturiertes Netzwerk unter Beteiligung der o.g. Akteure.

Ein Beitrag der Stadt Lennestadt in diesem Kontext ist die o.g. Imagebroschüre, welche die Idee von konkreten Ansprechpartner*innen aufgreift und in persönlichen Gesprächen übergeben werden könnte.

Auch wurden verschiedene Gesprächsformate eingeführt und die oben näher beschriebenen Projekte angestoßen.

Weiterhin koordiniert Fachbereichsleiter Thomas Meier die zukünftigen Gespräche zwischen den Beteiligten und steht den niedergelassenen Hausärzt*innen und der Hospitalgesellschaft Südwestfalen gGmbH als Ansprechpartner zur Verfügung. Das Thema bleibt dennoch selbstverständlich „Chefsache“ und wird somit auch von Bürgermeister Tobias Puspas intensiv begleitet.

Die von den Hausärzt*innen gewünschten Unterstützungsmöglichkeiten durch die Stadt Lennestadt werden durch o.g. Maßnahmen aufgegriffen und weiterentwickelt.

Unter den Beteiligten herrscht Konsens, dass die umfangreiche und vielschichtige Thematik nur in einem ständigen konstruktiven Austausch und gegenseitiger Unterstützung zielführend bearbeitet werden kann.