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Städtefreundschaft zur türkischen Stadt Çaycuma

Wappen Lennestadt Caycuma
Wappen Lennestadt Caycuma

Freundschaftsurkunde unterschrieben

Im Rathaus der Stadt Lennestadt haben die beiden Bürgermeister Stefan Hundt und Bülent Kantarci aus Caycuma in der Türkei am Donnerstag, 14. Oktober 2020, eine Freundschaftsurkunde per Video-Live-Schaltung unterzeichnet. Die Unterschriften stehen symbolisch für die Fortführung der bereits erfolgreichen sechsjährigen Freundschaft.

Nedim Kalembas (Vorsitzender des Arbeitskreises Integration), in der Position als Moderator und Brücke zwischen der Türkei und Deutschland, zeigte eine Präsentation über die Entstehung der Städtefreundschaft zwischen Lennestadt und Caycuma.

Danach hielt der Bürgermeister der Stadt Caycuma eine Ansprache, übersetzt wurde von einer Dolmetscherin.

Abschließend wies Bürgermeister Stefan Hundt auf die lange Freundschaft zwischen der Türkei und Deutschland hin, die mit dem Friedensvertrag im Jahre 1924 begann und mit der Einwanderung von türkischen Gastarbeitern nach Deutschland fortgeführt worden sei.

Seither habe man in Lennestadt eine „gute Gemeinschaft aus vielen Kulturen“, die im alljährlichen Friedensgebet die Gemeinschaft stärke. „Voneinander lernen“ sei für Bürgermeister Hundt dabei eines der wichtigsten Vorteile einer interkulturellen Freundschaft.

Die Stadt Çaycuma

Çaycumaist eine Stadt und der Hauptort des gleichnamigen Landkreises in der türkischen
Provinz Zonguldak, unweit vom Schwarzen Meer entfernt im Norden der Türkei. Mitten durch
die Stadt fließt der Fluss Filyos Cayi, der weiter nördlich in das Schwarze Meer mündet.
Neben der Kreisstadt Çaycuma besteht der Landkreis noch aus weiteren fünf Gemeinden.
Die Hauptwirtschaftsaktivitäten waren bis vor kurzem die Landwirtschaft und der Bergbau.
Entlang des Filyos-Flusses erstrecken sich fruchtbaren Böden, die zum Anbau von Obst und
Gemüse genutzt werden. Die Viehzucht, insbesondere die traditionelle Büffelzucht, gehörte
zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Aktivitäten im Landkreis. Auch der Bergbau galt bis
vor kurzem als einer der wichtigsten Einkommensquellen der Menschen in Çaycuma.
Allerdings ist die Zahl der Minenarbeiter ab 1980 rapide gesunken und andere
Wirtschaftszweige wurden gefördert. Stand 2014 ist ca. 42,2 % der Erwerbsbevölkerung im
Industriesektor beschäftigt. Auch der Dienstleistungssektor gewinnt stetig an Bedeutung, da
man den Bedürfnissen der wachsenden Bevölkerung gerecht werden möchte. Bürgermeister
der Stadt Çaycuma ist Herr Bülent Kantarci, gelernter Bauingenieur.

Verständigung und Austausch

Neben der Städtepartnerschaft zur polnischen Stadt Otwock, verfolgt die Stadt Lennestadt
das Ziel, weitere internationale Beziehungen aufzubauen und die Verständigung zwischen
Kommunen (auch außerhalb Europas) zu fördern. Der Fokus liegt auch hier auf dem
kulturellen und wirtschaftlichen Austausch mit der türkischen Stadt Çaycuma. Internationale
kommunale Freundschaften unterstützen einen demokratischen, solidarischen und offenen
Weltblick. Auslöser einer Städtefreundschaft sind meist private Kontakte von Bürgerinnen
und Bürgern zu einer anderen Kommune im Ausland. So ist es auch bei der Stadt
Lennestadt der Fall: der Vorsitzende des Arbeitskreises Integration, Herr Nedim Kalembasi,
ist in Çaycuma geboren und pflegt noch hervorragende Kontakte zu seiner Heimatstadt. Dies
ermöglicht einen engeren Austausch zwischen der Stadt Lennestadt und der Stadt Çaycuma
seit vielen Jahren. Schon 2014 stattete Bülent Kantarci der Stadt Lennestadt einen Besuch
ab, um Ideen für einen Infrastrukturausbau zu sammeln. Çaycuma hat eine ähnliche Größe
wie Lennestadt und steht für eine aufstrebende Region, die Bürgermeister Kantarci
kontinuierlich entwickeln will. Schon damals stand für die Bürgermeister der beiden Städte
fest, dass der kulturelle, politische und wirtschaftliche Austausch der beiden Kommunen nur
einen Gewinn bedeuten kann.

Arbeitskreis Integration

2017 feierte der Arbeitskreis Integration sein 25-jähriges Jubiläum. Bürgermeister Stefan
Hundt lobte die konstruktive, dynamische Zusammenarbeit zwischen den Menschen,
Politikern und Kirchen. Der Arbeitskreis Integration, ursprünglich als Arbeitskreis für
Ausländerfragen gedacht, hat es sich zum Ziel gemacht, in der Stadt Lennestadt lebende
Menschen mit Migrationshintergrund am kommunalen Geschehen teilhaben zu lassen und
Beziehungen zu fördern. Natürlich weist die Entstehungsgeschichte des Arbeitskreises auch
Hürden auf, die es zu überwinden galt. Nach dem Anschlag auf das World-Trade-Center
2001 hat der Arbeitskreis gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister Alfons Heimes ein
gemeinsames Friedensgebet ins Leben gerufen, das bis heute Bestand hat. Der Arbeitskreis
Integration setzt sich zusammen aus dem Bürgermeister, Vertreter der Ratsfraktionen,
Menschen mit unterschiedlichen Migrationshintergründen, sowie Vertretern verschiedener
Institutionen.

Schulpartnerschaften

Eine tragende Säule der freundschaftlichen Kontakte sollen die Schulpartnerschaften sein.
So pflegt unter anderem das Gymnasium der Stadt Lennestadt eine beginnende
Partnerschaft zum Nihat Kantarci Gymnasium in Çaycuma und das Gymnasium Maria
Königin eine Partnerschaft zum TSO Fen Lisesi Gymnasium in Çaycuma.


Delegation zu Gast

Am 25. September 2019 hat der Rat der Stadt Lennestadt offiziell den Beschluss gefasst,
dass die Stadt Lennestadt und die türkische Stadt Çaycuma eine Städtefreundschaft
begründen. Dabei sollen insbesondere die durch private Kontakte entstandenen,
freundschaftlichen Beziehungen weiter gefördert und gepflegt werden.

Kurz darauf begrüßte die Stadt Lennestadt eine Wirtschaftsdelegation aus der Region
Zonguldak mit dem Bürgermeister der Stadt Çaycuma, Bülent Kantarci, und weiteren
befreundeten türkischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in Lennestadt. Bürgermeister Stefan
Hundt bot den türkischen Wirtschaftsvertretern einen Einblick in das produzierende Gewerbe
innerhalb der Stadt Lennestadt, zum Beispiel mit einem Besuch im innovativen Betrieb der
Viega Holding GmbH & Co. KG in Lennestadt-Elspe. Zudem haben die türkischen Gäste
verschiedene Einblicke in die städtebauliche Entwicklung der Wirtschaftsregion
Südwestfalen erhalten. Ebenfalls konnten sich die türkischen Gäste ein Bild von den
heimischen Unternehmen Gustav Hensel GmbH & Co. KG in Lennestadt-Altenhundem
sowie Tracto-Technik GmbH & Co. KG in Lennestadt-Saalhausen machen. Als ein weiteres
Highlight führte der Weg nach Siegen zur Industrie- und Handelskammer (IHK) und zum
Berufsbildungszentrum, sowie zum Aus- und Weiterbildungszentrum Bau (AWZ) in Kreuztal.