Gesundheitsversorgung in Lennestadt
Eine verlässliche medizinische Versorgung ist für die Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit unserer Stadt von großer Bedeutung. Lennestadt verfügt über ein breites gesundheitliches Angebot. Gleichzeitig stellt insbesondere der anstehende Generationswechsel in der Hausärzteschaft den ländlichen Raum vor große Herausforderungen
Die Stadt Lennestadt beobachtet deshalb gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), dem Kreis Olpe und den medizinischen Akteuren vor Ort regelmäßig die Versorgungssituation. Sie unterstützt Projekte zur Sicherung und Weiterentwicklung der medizinischen Infrastruktur und steht niederlassungsinteressierten Ärztinnen und Ärzten als Ansprechpartnerin zur Verfügung.
Schnelle Hilfe im Krankheits- oder Notfall
📞Lebensbedrohlicher Notfall: 112
Bei akuten lebensbedrohlichen Beschwerden oder Verletzungen wählen Sie bitte sofort den Notruf 112.
📞Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117
Bei dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden außerhalb der regulären Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117.
Der Patientenservice unterstützt außerdem bei der Suche nach Arzt- und Psychotherapieterminen. → Patientenservice 116117
Sie suchen eine Arzt- oder Psychotherapiepraxis?
Über die Arzt- und Psychotherapeutensuche der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe können Sie gezielt nach Fachrichtungen und Orten suchen.
🔍 Zur Arzt- und Psychotherapeutensuche der KVWL
Sie können dort gezielt nach Fachrichtung und nach Ihrem Wohnort suchen.
Gesundheitsangebote in Lennestadt
Lennestadt verfügt über ein breites Angebot unterschiedlicher Leistungserbringer im Gesundheitswesen. Dazu gehören unter anderem:
- das St. Josefs-Hospital in Lennestadt-Altenhundem
- allgemeinmedizinische Praxen
- verschiedene fachärztliche Angebote
- Zahnarztpraxen
- Apotheken
- psychotherapeutische Angebote
- ambulante Pflegedienste
- stationäre Pflege- und betreute Wohnangebote
- Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie
- Hebammen
- weitere Gesundheits- und Beratungsangebote
Da sich Praxissitze, Öffnungszeiten und Leistungsangebote verändern können, empfehlen wir für die aktuelle Suche die zentralen Suchangebote der KVWL und der jeweiligen Fachverbände.
Hausärztliche Versorgung: aktuelle Situation
Lennestadt bildet zusammen mit Finnentrop und Kirchhundem den hausärztlichen Planungsbereich „Mittelbereich Lennestadt“.
Nach den Bedarfsplanungsdaten der KVWL waren dort im Mai 2026 insgesamt 30,5 hausärztliche Versorgungsaufträge besetzt. Dies entsprach einem Versorgungsgrad von 97,7 Prozent. Der Mittelbereich ist damit grundsätzlich für weitere hausärztliche Zulassungen geöffnet. Ob und in welchem Umfang konkrete Zulassungsmöglichkeiten bestehen, sollte jeweils aktuell mit der KVWL abgestimmt werden.
Lennestadt selbst verfügte im Mai 2026 über 17 hausärztliche Versorgungsaufträge und damit über die höchste Hausarztdichte innerhalb des Mittelbereichs. Zugleich zeigt die Altersstruktur einen erheblichen Handlungsbedarf: Im gesamten Mittelbereich waren 21 von 31 Hausärztinnen und Hausärzten mindestens 60 Jahre alt. In Lennestadt traf dies auf 13 von 17 Ärztinnen und Ärzten zu.
Die derzeitige Versorgungssituation ist daher nur eine Momentaufnahme. Die Gewinnung neuer Hausärztinnen und Hausärzte sowie eine vorausschauende Praxisnachfolge bleiben zentrale Aufgaben.
Im Bereich der kinder- und jugendärztlichen sowie der allgemeinen fachärztlichen Versorgung erfolgt die Bedarfsplanung nicht allein für Lennestadt, sondern auf Ebene des Kreises Olpe oder noch größerer Planungsräume. Die aktuellen Versorgungsgrade und Zulassungsmöglichkeiten können über die KVWL eingesehen werden.
Ärztin oder Arzt in Lennestadt werden
Neue Hausärztinnen und Hausärzte sowie weitere medizinische Fachkräfte sind in Lennestadt herzlich willkommen.
Die Stadt Lennestadt unterstützt Niederlassungsinteressierte im Rahmen ihrer Möglichkeiten persönlich und unbürokratisch. Dazu können insbesondere gehören:
- die Vermittlung von Kontakten zu medizinischen Akteuren,
- die Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Standorten,
- die Vernetzung mit der KVWL, dem Kreis Olpe und weiteren Stellen,
- Informationen über Fördermöglichkeiten,
- Hilfestellungen bei Fragen zu Wohnen und Kinderbetreuung sowie
- Informationen über die familienfreundliche Infrastruktur und die Freizeit- und Lebensqualität in Lennestadt.
Lennestadt verbindet gute berufliche Perspektiven mit hoher Lebensqualität. Familienfreundliche Angebote, eine vielfältige Bildungs- und Betreuungslandschaft, das St. Josefs-Hospital, wohnortnahe Freizeitmöglichkeiten sowie die Verbindung von Natur, Gesundheit und Erholung – unter anderem im Kneippkurort Saalhausen mit dem Kurpark TalVITAL – bilden ein attraktives Umfeld für medizinische Fachkräfte und ihre Familien.
Bürgermeister Tobias Puspas und Fachbereichsleiter Thomas Meier stehen für vertrauliche Erstgespräche gerne zur Verfügung.
Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist eine wichtige Grundlage für ihre Entwicklung, ihr Wohlbefinden und ihre gesellschaftliche Teilhabe.
Viele Kinder und Jugendliche bewältigen die alltäglichen Anforderungen insgesamt gut. Einige stehen jedoch unter erheblichem Druck – beispielsweise in der Schule, in der Familie oder durch soziale Medien. Wenn Sorgen, Ängste oder deutliche Verhaltensänderungen über einen längeren Zeitraum anhalten, sollten sie ernst genommen und frühzeitig geeignete Unterstützungsangebote genutzt werden.
Eltern, Angehörige und andere Bezugspersonen spielen dabei ebenso eine wichtige Rolle wie Schulen, Beratungsstellen und professionelle Hilfesysteme.
Die Stadt Lennestadt stellt hierzu ein kompaktes Informationsblatt zur Verfügung. Es wurde im Austausch mit der Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kinder- und Jugendalters der Universität Münster unter Leitung von Prof. Dr. Tanja Hechler entwickelt.
Das Infoblatt bietet einen ersten Überblick über Hilfsangebote und Ansprechstellen.
→ Infoblatt »Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen« (Stand: 10.03.2026)
Für eine weitergehende Diagnostik und Behandlung stehen insbesondere folgende Such- und Vermittlungsangebote zur Verfügung:
- Arzt- und Psychotherapeutensuche der KVWL
→ https://www.kvwl.de/arztsuche
→ https://www.kvno.de/arztsuche - Patientenservice 116117
→ https://www.116117.de - bundesweite Krankenhaussuche
→ https://www.deutsches-krankenhaus-verzeichnis.de
Was die Stadt zur Sicherung der Gesundheitsversorgung unternimmt
HausArztZentrum Grevenbrück
Anfang 2024 wurde in Lennestadt-Grevenbrück ein modernes HausArztZentrum eröffnet. Das Gebäude verfügt über sechs Behandlungszimmer und bietet räumliche Möglichkeiten für eine gemeinschaftliche und zukunftsorientierte medizinische Versorgung.
Ein wesentliches Ziel des Konzepts besteht darin, Ärztinnen und Ärzte bei kaufmännischen, administrativen und organisatorischen Aufgaben zu entlasten. Dadurch sollen attraktive Arbeitsbedingungen geschaffen und mehr Zeit für die medizinische Versorgung ermöglicht werden.
Die Stadt Lennestadt hat das Projekt mit einem Baukostenzuschuss unterstützt.
Magnetresonanztomographie am St. Josefs-Hospital
Seit 2021 verfügt das St. Josefs-Hospital über einen Magnetresonanztomographen. Dadurch können ambulante und stationäre MRT-Untersuchungen wohnortnah in Lennestadt durchgeführt werden.
Die Stadt Lennestadt unterstützte die Anschaffung und die erforderlichen baulichen Maßnahmen mit 500.000 Euro. Bis November 2025 wurden insgesamt 15.282 Patientinnen und Patienten untersucht, davon 11.594 ambulant.
Der MRT stärkt die medizinische Infrastruktur des Krankenhauses und erspart vielen Patientinnen und Patienten längere Wege zu Untersuchungsstandorten außerhalb Lennestadts.
Famulatur- und Hospitationsförderung
Die Stadt Lennestadt beteiligt sich seit 2024 an der Famulatur- und Hospitationsförderung des Kreises Olpe.
Medizinstudierende sowie bereits approbierte Ärztinnen und Ärzte können im Rahmen einer Famulatur oder Hospitation Praxen und medizinische Einrichtungen im Kreis Olpe kennenlernen. Ziel ist es, frühzeitig Kontakte herzustellen, Einblicke in die ärztliche Tätigkeit im ländlichen Raum zu ermöglichen und Interesse an einer späteren Tätigkeit in der Region zu wecken.
Förderfähig sind insbesondere Aufwendungen für Unterbringung, Mobilität und weitere mit dem Aufenthalt verbundene Kosten.
Zusammenarbeit im Kreis Olpe
Die Sicherung der medizinischen Versorgung kann nur gemeinsam gelingen. Die Stadt Lennestadt arbeitet deshalb mit dem Kreis Olpe, den anderen kreisangehörigen Kommunen, der KVWL, dem St. Josefs-Hospital und den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zusammen.
In einem gemeinsamen Arbeitskreis der Bürgermeister und des Landrates werden Ziele und Maßnahmen zur Sicherung der ambulanten Gesundheitsversorgung beraten. Bei Bedarf werden Fachleute aus dem Gesundheitswesen und der KVWL hinzugezogen.
Arbeitskreis Daseinsfürsorge der Stadt Lennestadt
Der Arbeitskreis Daseinsfürsorge der Stadt Lennestadt begleitet seit 2021 die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung. Ihm gehören neben dem Bürgermeister und Beschäftigten der Stadtverwaltung Vertreterinnen und Vertreter der im Rat vertretenen Fraktionen an.
Ziel ist es, die Sicherung und Stärkung der Gesundheitsversorgung fraktionsübergreifend zu unterstützen und geeignete Maßnahmen möglichst gemeinsam voranzubringen.
Ein Ansatz besteht darin, frühzeitig Kontakte zu jungen Menschen aus Lennestadt aufzubauen, die ein Medizinstudium aufgenommen haben oder sich hierfür interessieren. Ihnen soll vermittelt werden: Wer nach Studium oder Weiterbildung in die Heimat zurückkehren möchte, findet in Lennestadt offene Türen und persönliche Unterstützung.
Digitalisierung und Telemedizin
Mit dem Projekt „DigiDocs Lennestadt“ hat die Stadt gemeinsam mit Hausärztinnen und Hausärzten, Medizinstudierenden und wissenschaftlichen Partnern untersucht, wie telemedizinische Angebote und digital unterstützte Delegationsmodelle die medizinische Versorgung im ländlichen Raum ergänzen können.
Die Machbarkeitsstudie wurde 2021 abgeschlossen. Ihre Ergebnisse sind eine Grundlage für weitere Überlegungen zur digitalen Unterstützung der Gesundheitsversorgung.
Standort- und Fachkräftemarketing
Die Gewinnung medizinischer Fachkräfte ist eng mit der Attraktivität Lennestadts und Südwestfalens als Arbeits-, Wohn- und Lebensort verbunden.
Die Stadt Lennestadt beteiligt sich deshalb an Werbemaßnahmen der Südwestfalen Agentur. Ziel der regionalen Zusammenarbeit ist es, die beruflichen Perspektiven und die Lebensqualität Südwestfalens sichtbar zu machen und Fachkräfte für die Region zu gewinnen. Dies schließt ausdrücklich auch medizinisches und pflegerisches Fachpersonal ein.
→ Südwestfalen-Portal
→ Projekt-Homepage
Darüber hinaus präsentiert sich die Stadt Lennestadt auf der KV-Börse, um niederlassungsinteressierte Ärztinnen und Ärzte gezielt auf die beruflichen Möglichkeiten und die Standortvorteile Lennestadts aufmerksam zu machen.
Ergänzend stellt eine städtische Imagebroschüre Lennestadt als Wirtschaftsstandort, familienfreundliche Kommune und attraktiven Lebensmittelpunkt vor. Ein zusätzlicher Einleger richtet sich gezielt an Ärztinnen und Ärzte. Er informiert über die Möglichkeiten einer Tätigkeit in Lennestadt und über die Unterstützung, die die Stadt Niederlassungsinteressierten anbieten kann.
→ Imagebroschüre »Willkommen im Schatz des Sauerlandes«
→ Informationen für niederlassungsinteressierte Ärztinnen und Ärzte
Datenstand der Versorgungsanalyse: Mai 2026
Redaktioneller Stand der Seite: August 2026