250 Ehrenamtliche beim Austausch

Bürgermeister als Chauffeur fürs Ehrenamt


Zum Abschluss der Veranstaltungstage „Lennestadt feiert“ hatte Lennestadts Bürgermeister Tobias Puspas zum Ehrenamtstag in die Dorfgemeinschaftshalle nach Milchenbach eingeladen. „Heute sagt das Hauptamt dem Ehrenamt Dankeschön“, so der Bürgermeister in seiner Begrüßungsansprache. Dass es an diesem Tag nicht bürokratische ernst zugehen sollte, bewies er direkt zu Beginn. Als Chauffeur fuhr er den Moderator des zweistündigen Unterhaltungsprogramms, Martin Steinberg, per Trampeltrecker in die Halle. Dieser stellte zunächst BRH Rettungshundestaffel Südwestfalen und ihre Arbeit vor.

Rettungshund erschnüffelt das „Ehrenamts-Gen“

 „Sicher wollen Sie unsere Hunde in Aktion sehen,“ so Kai Uwe Gries als Sprecher des Vereins. „Irgendwo hier in der Halle, unter irgendeinem Stuhl, befindet sich ein besonderes „Ehrenamts-Gen“. Diesen besonderen Duftstoff wird „Scotti“, unser ausgebildeter Suchhund, erschnüffeln. Dort wo er anschlägt, gibt’s einen Gewinn für Euren Verein.“ Und tatsächlich: Scotti begab sich erfolgreich auf die Suche.  Bei den Vertreterinnen der Meggen Bücherei gab es ein lautes Bellen – das Team freute sich über unverhoffte 250,- € in bar. Nach diesem tierischen Vergnügen stellte sich Louisa Funke als neue Verantwortliche für das Sachgebiet Stadtmarketing vor. „Treten Sie gerne mit mir in Kontakt, wenn es um die Schatzkarte, die Ehrenamtskarte oder Lennestadt leuchtet geht,“ so Funke, die bereits darauf hinwies, dass es im nächsten Jahr kräftig was zu feiern gibt: nämlich das 50. Stadtfest und 20 Jahre Schatzkarte. Auch Tim Josef Rickert-Heimes, Vorsitzender des Milchenbacher Schützenvereins, begrüßte die Gäste und gab einen kurzen Rückblick auf ein erfolgreich durchgeführtes Bauprojekt (Erneuerung der WC-Anlagen).

Best-Practice-Beispiel für den Heimatpreis

Dass das Geld für Vereine „quasi auf der Straße liegt“ konnte anhand eines Best-Practice-Beispiels bewiesen werden. Simon Schnütgen, vom Jugendtreff Kirchveischede, stellte die vor drei Jahren ins Leben gerufene Veranstaltung „Heidebeats“ vor. Diese Initiative wurde 2024 mit dem Heimatpreis ausgezeichnet. „Werdet gerne auch so kreativ. Bewerbt Euch mit Euren Projekten und Ideen bis zum 31. Oktober um den diesjährigen Heimatpreis. Es geht um 5.000,- €,“ warb Martin Steinberg für die Aktion und holte alsdann ganz spontan drei weitere „Best-Practice-Beispiele“ für kurze Interviews auf die Bühne. „Ich sehe unter uns so einige, die mittlerweile ihr damaliges Hobby zum Beruf gemacht haben oder mit ihrem Hobby sehr erfolgreich sind. Und das ging und geht nur, wenn viele Ehrenamtler sich für andere einsetzen.“

Karriere gemacht: Dank an das Ehrenamt vor Ort

Vorgestellt wurden Simon Dworaczek, der seine ehrenamtlichen Wurzeln in der Kulturgemeinde Hundem-Lenne sieht und heute als Regisseur arbeitet. Außerdem Lena Reichling, die als 10jährige im heimischen Musikverein anfing und heute als Profi-Musikerin beim Musikkorps der Bundeswehr in Siegburg tätig ist. Und zuletzt Ben Tröster, der sich die Grundlagen für seine sportlichen Erfolge auch Dank ehrenamtlicher Trainer bei der TSG Lennestadt holte und heute die 100 m in 10,39 Sekunden läuft. Zum Abschluss konnten noch einmal 250,- € gewonnen werden. Alle Gäste hatten beim Eintritt ein Los erhalten. Fünf Gewinner durften sich beim legendären „Dalli-Klick“-Spiel, vorbereitet von Klara Seidenstücker und Niklas Scerbakov (Chorjugend Grevenbrück) an der digitalen Puzzlewand versuchen. Dabei galt es bekannte Lennestädter Persönlichkeiten oder Sehenswürdigkeiten zu erraten. Die meisten Punkte sammelte Hildegard Rotter, Freundeskreis Pirpirituba e.V.

Der Ehrenamtstag wurde musikalisch umrahmt vom Gitarren-Duo „Schürholz“ und vom MGV Gemischten Chor Sangeslust 1921 Milchenbach (Leitung Dirk Steffen, Begleitung am Piano: David Dommes), die unter anderem mit dem Gospel „Father“, dem Schlager „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ und zum Abschluss mit der „Lennestadt-Hymne“ überzeugten.

Bei einem leckeren Snack gab es in der „3. Halbzeit“ anschließend genug Gelegenheit zum Austausch – auch über den eigenen Verein hinaus.