Wenn Musik Grenzen überwindet
Ein Rückblick auf die Kulturwoche 2026
Die Kulturwoche 2026 (als Teil von „Lennestadt feiert“) machte Lennestadt zum Treffpunkt für große Musik, junge Talente und internationale Stimmen. Es gibt Konzerte, bei denen man zuhört. Und es gibt Abende, nach denen man das Gefühl hat, Musik tatsächlich erlebt zu haben. Die Kulturwoche 2026 in Lennestadt gehörte zur zweiten Kategorie. Rund um die „Meisterklasse Gesang“ im KulturBahnhof, dem Philharmonie Konzert in der Schützenhalle Grevenbrück und „Der GROßEN Nachtmusik“ in der Dorfgemeinschaftshalle Oberhundem wurde Musik zur Begegnung – zwischen Generationen, Nationen und unterschiedlichen musikalischen Erfahrungen. Unter dem Motto „Lennestadt feiert“ hatte die Kulturwoche in diesem Jahr wieder außergewöhnliche musikalische Begegnungen zu bieten. Besonders eindrucksvoll: die Verbindung von professioneller Orchesterkunst, internationaler Gesangsausbildung und jungen Stimmen, die auf dem Weg zu einer eigenen künstlerischen Sprache sind.
Phiharmonie Südwestfalen in der Schützenhalle
Einer der Höhepunkte führte am 6. September in die Schützenhalle Grevenbrück. Die Philharmonie Südwestfalen präsentierte dort große Gefühle in ihrem Konzert „SINN(E) – Die Welt von Du und Ich“. Der Titel war Programm. Denn im Mittelpunkt standen nicht nur große Orchesterklänge, sondern Themen, die Menschen seit Jahrhunderten bewegen: Sehnsucht, Liebe, Freundschaft, Nähe, Konflikt und die Frage, was uns miteinander verbindet. Richard Wagner, Peter Iljitsch Tschaikowski und Richard Strauss lieferten dafür die musikalischen Welten. So entstand ein Konzert zwischen Leidenschaft, Dramatik, lyrischem Zauber und musikalischem Humor.
Meisterklasse Gesang
Besonders spannend war die Verbindung zur „Meisterklasse Gesang“ der Kulturwoche und zur Hochschule für Musik Detmold. Damit wurde die Grenze zwischen großer professioneller Konzertbühne und musikalischer Ausbildung bewusst durchlässig. Junge Sängerinnen und Sänger sowie deren Dirigenten bekamen die Möglichkeit, im Umfeld eines renommierten Orchesters musikalische Erfahrungen zu sammeln und Teil eines größeren künstlerischen Zusammenhangs zu werden. Und genau darin lag eine besondere Stärke der Kulturwoche: Hier ging es nicht ausschließlich darum, fertige Künstlerinnen und Künstler auf einer Bühne zu präsentieren. Es ging auch um den Weg dorthin. Vom Unterricht auf die Bühne. Wie viel Arbeit, Mut und Konzentration hinter einem solchen Auftritt steckt, wurde wenige Tage später im KulturBahnhof Grevenbrück sichtbar. Vom 31. August bis zum 8. September arbeitete die Meisterklasse Gesang unter der Leitung der international renommierten Mezzosopranistin Prof. Michaela Schuster intensiv mit jungen Sängerinnen und Sängern. Der KulturBahnhof wurde dabei nicht nur zum Konzertsaal, sondern gewissermaßen zum offenen musikalischen Labor. Interessierte konnten die Arbeit der Meisterklasse verfolgen und miterleben, wie aus einer Stimme, einer musikalischen Idee und einer Partitur Schritt für Schritt eine überzeugende Interpretation entsteht. Am 8. September schließlich war es so weit: Beim Abschlusskonzert der Meisterklasse standen die jungen Gesangstalente gemeinsam mit professionellen Sängerinnen und Sängern selbst im Mittelpunkt. Begleitet wurden sie von dem renommierten Pianisten Matthias Veit am Steinway-Flügel. Das Publikum hört nicht einfach nur schöne Stimmen. Es erlebt Entwicklung. Man hört den Moment, in dem aus einer technisch sauber gesungenen Phrase plötzlich eine Geschichte wird.
Kulturelle Identität der Stimme
Und wer nun einmal selbst seinen Stimmlichen Horizont erweitern wollte, konnte dies bei der kolumbianischen Sängerin Carolina Riaño. Am 30. August leitete sie in den Räumen der Musikschule Lennestadt-Kirchhundem einen Workshop, der sich mit der Stimme als Ausdruck kultureller Identität beschäftigte. Damit wurde eine Frage gestellt, die weit über klassische Gesangstechnik hinausgeht: Was erzählt eigentlich unsere Stimme über uns? Carolina Riaño verbindet klassische Gesangsausbildung mit Erfahrungen aus lateinamerikanischen und afro-kolumbianisch geprägten Musikprojekten. Sie studierte zunächst klassischen Gesang in Bogotá und setzte ihre Opernausbildung an der Folkwang Universität der Künste in Essen fort. Musik, die Grenzen verschwinden lässt. Schon beim Auftakt der Kulturwoche wurde deutlich, wie international und vielfältig das Programm angelegt war.
Konzert in Oberhundem
Beim Konzert „Eine GROßE Nachtmusik“ begegneten sich Musikerinnen und Musiker aus Deutschland, der Türkei und Kolumbien. Neben Chören und Ensembles aus der Region trat auch Carolina Riaño auf. Der Abend verband Klassik, Folk, Weltmusik, Latin, Klezmer, Gospel, Pop und improvisatorische Elemente. Das Publikum bekam damit mehr als ein Konzert geboten. Es bekam eine musikalische Begegnung. Da war der Kinderchor aus der türkischen Partnerstadt Çaycuma, der Jugendchor „SpontiCo“ aus Grevenbrück, Chöre aus der Region, die Band Buenos NOJAZZ, Klarinettistin Lena Reichling, Pianist Michael Nathen und Carolina Riaño. Selbst eine Live-Malaktion wurde Teil des Abends. Das begeistert Publikum erlebte an diesem Abend ein Konzert, an dem musikalische Vielfalt ausdrücklich im Mittelpunkt stand.
Die musikalische Leitung der Kulturwoche lag in den Händen von Christa Maria Jürgens, Leiterin der Musikschule Lennestadt-Kirchhundem. Ihr Fazit zum Ende: „Was war die besondere Kraft der Kulturwoche 2026: Sie zeigte Musik nicht nur als fertiges Produkt, sondern als Prozess. Als Arbeit. Als Begegnung. Als Wagnis. Wenn Künstler vieler Nationen und Genre zusammenkommen, dann entsteht etwas, das weit über einzelne Konzertabende hinausgeht. Dann wird Musik tatsächlich zu einer Sprache, die keine Übersetzung braucht.“
Kurzfassung:
Stimmen die Grenzen überwinden: Kulturwoche 2026 macht Lennestadt zum Treffpunkt für große Musik, junge Talente und internationale Stimmen.
Die Woche bot Konzerte, die berühren, und Abende, an denen Musik erlebt wird. Im KulturBahnhof gab es Einblicke in den musikalischen Entstehungsprozess, während das Philharmoniekonzert in Grevenbrück und „Der GROßEN Nachtmusik“ in Oberhundem Musik zur Begegnung machten – generationenübergreifend, international und vielseitig.
Besonders eindrucksvoll war die Verbindung zur Meisterklasse Gesang der Kulturwoche und der Hochschule für Musik Detmold. Junge Sängerinnen und Sänger erhielten die Chance, mit einem renommierten Orchester zu arbeiten und Teil eines größeren künstlerischen Zusammenhangs zu werden. Der Abschluss der Meisterklasse im Kulturbahnhof, begleitet von Pianist Matthias Veit, zeigte deutlich: Es geht nicht nur um fertige Künstler, sondern um den Weg dorthin – viel Arbeit, Mut und Konzentration inklusive.
Ein Highlight war der Workshop von Carolina Riaño, der Stimme als Ausdruck kultureller Identität erforschte. Die GROßE Nachtmusik vereinte Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, der Türkei und Kolumbien – Klassik, Folk, Weltmusik, Latin und mehr.
Die Kulturwoche 2026 zeigte Musik als Prozess, Begegnung und Wagnis – eine Sprache, die keine Übersetzung braucht.